Barfen bei Katzen

Das Füttern mit rohem Fleisch kommt nicht für jeden Katzenliebhaber in Frage. Nicht nur weil man unter Umständen Berührungsängste hat, sondern viel mehr herrschen hier noch sehr viel Unsicherheiten – insbesondere, was den gesundheitlichen Aspekt angeht. Ist das nicht ungesund oder sogar gefährlich, wenn ich meiner Katze rohes Fleisch gebe? Fest steht, dass fertiges Katzenfutter, welches im Supermarkt erhältlich ist, oft nur von sehr minderwertiger Qualität ist. Hochwertige Sorten kosten deutlich mehr, unterscheiden sich aber vor allem in einem Punkt von dem schlechten Futter: dem Fleischanteil.

Billiges und schlechtes Futter hat nur einen sehr geringen Fleischanteil von unter 10% und wird häufig noch mit unnötigen Füllmitteln wie Getreide oder pflanzlichen Nebenprodukten versetzt. Nicht, weil es der Katze so gut schmeckt oder es ihr gut tut, sondern vor allem, weil es günstiger in der Produktion ist. Auch teurere Marken wie Whiskas oder Sheba spielen hier mit – alles Marketing, was den höheren Preis ausmacht. Noch ein bisschen Zucker dazu und die Katze ist gesättigt. Man muss das Futter jetzt nicht verteufeln, aber es gibt bessere Alternativen.

Barfen als Alternative zum Katzenfutter

Eine Alternative ist das Barfen – die Fütterung mit rohem Fleisch. Nicht weniger Kostenintensiv und weniger aufwendig, weshalb viele lieber zu besseren Sorten wie Animonda oder Catz Finefood greifen. Beim Barfen gilt, dass man sich längere Zeit mit Katzenernährung und der Rohfleischfütterung auseinandersetzen sollte. Die Anforderungen einer Hauskatze, was die Ernährung angeht sind durchaus komplexer als viele denken, gerade wenn man sich an dieses Thema heranwagt.

Die Mahlzeiten sollten alle wichtigen Nährstoffe bieten und möglichst ausgewogen sein. Oftmals sind Katzen viel schneller gesättigt und benötigen weniger, als sie es gewohnt sind – es ist ja auch nicht mehr so viel „Müll“ im Futter. Fertig Barf-Katzenfutter erobert immer mehr den Markt. Zwingend notwendig ist es gerade hier sich mit den Inhaltsstoffen und der Zusammensetzung auseinanderzusetzen. Eine offene und transparente Deklarierung der Inhaltsstoffe ist sehr wichtig.

rohfleischfuetterung

Im Allgemeinen gilt es 3 Arten der Rohfleischfütterung zu unterscheiden:

Franken-Prey: Die Rohfleischfütterung nach Franken-Prey zielt darauf ab die natürliche Beute, die eine Katze zu sich nehmen würde mittels eines Prozent-Schemas nachzuahmen.    Man wählt hierzu ganz bestimmtes Muskelfleisch, Innereien und Knochen für die Fütterung aus. Hierbei legt man weniger Wert auf die einzelnen Nährwerte und Inhaltsstoffe. Auch wird nicht auf den offiziellen Bedarf geachtet. Bei dieser Fütterungsmethode ist jedoch Abwechslung ein wichtiger Punkt, auch weil hier keine Nährwertgehalte beachtet werden, die Berechnung des Futters ist deshalb deutlich ungenauer als beim Barfen mittels Supplementen.  Hierbei greift man auf verschiedenste Fleischsorten, unterschiedliche Fettgehalte, und verschiedenste Innereien zurück. Man kann prozentual zum Beispiel so aufteilen: 70% Muskelfleisch, 10% Knochen und 20% Innereien. Hier kann man und sollte man etwas herumprobieren und abwechseln mit Berücksichtigung der Verdauung der eigenen Katze. Auch kommt es darauf an wie hoch der Anteil an fleischigen Knochen ist. Haben sie eventuell sogar einen höheren Kalziumanteil?

Whole-Prey Model: Auch bei dieser Art der Fütterung spielt Abwechslung eine große Rolle. In dem Fall wird die Beute nicht nachgeahmt, sondern es werden ausschließlich ganze Beutetiere oder Teile als Futter verabreicht. Als Beispiele zu nennen wären hier Mäuse und Ratten, Küken und auch Fisch. Aber auch Kaninchen oder Hühnerschenkel werden in diesen Speiseplan eingebaut. Die Nährstoffe in dem Fleisch, dass im Supermarkt erhältlich ist unterscheiden sich aber aufgrund der Haltungsweise durchaus stark zu denen, die in den Beutetieren aus der freien Natur stecken. Das Verhältnis an Vitalstoffen ist hier einfach ein anderes. Jenachdem welches Gewicht und Größe eure Katze auf die Wage bringt sind unter Umständen 10-12 Futtertiere pro Tag notwendig. Der Hunger und Bedarf der Katze muss gedeckt werden. Ganze 12-15 Mäuse am Tag sind als Faustregel für eine ausgewachsene Katze zu merken.

Barfen mit Supplementen: Jede Katze bringt je nach Alter und gesundheitlicher Verfassung einen anderen Anspruch an Nährstoffen mit. Hier ein Beispiel für den Ernährungsbedarf einer Katze mit Supplementen als Grundrezept. Auch hier ist Abwechslung gefragt – individuell berechnete Mahlzeiten sollten zwischenzeitlich noch verfüttert werden. Hierbei geht man so vor, dass man sich die Nährwerte seiner Zutaten inklusive Supplemente anschaut und eine Tabelle mit den Bedarfswerten der Katze berücksichtigt. Hier stellt man dann seine Portionen individuell zur Deckung des Tagesbedarfs zusammen. Nachfolgend findet ihr Infos zu einem passenden Kalkulator. Wer über 20 % oder zu 100 % roh füttert, der muss dem Rohfutter die  fehlenden Vitamine, Mineralstoffe etc. beiführen. Fertige Supplemente gibt es zum Beispiel von Barfland.

Beispiel für Grundrezept mit Supplementen:

  • 1000g durchwachsenes Rindfleisch
  • 500g Rinderherz
  • 500g durchwachsenes Lammfleisch
  • 50g Rinderleber
  • 70g Lachs
  • 12g Eierschalenmehl
  • 16g Fortain
  • 55g Weizenkeimöl
  • 4g Bierhefe
  • 3g Taurin
  • 3g Salz
  • (2 g Seealgenmehl – entfällt, wenn jodiertes Salz benutzt wird)
    optional: 50 – 100g Ballaststoffe (z.B. gequollene Flocken, gekochte Karotten oder gekochtes Getreide)
  • 10 Tropfen Lachsöl
  • 600g Wasser

(Quelle: barf-gut.de/katzen-barfen.php)

Wichtiges bei der Rohfleischfütterung

barf-fleischMan sollte wissen, dass das Futter der Katze nur so gut wie das Wissen über die Katzenernährung des Halters ist. Der Vorteil ist aber, dass man viel freier in der Gestaltung der Mahlzeiten und damit enthaltenen Nährwerte ist. Zudem wird die Kiefermuskulatur trainiert und durch das Kauen der größeren Fleischstücke profitiert auch die Zahnhygiene. Bei der Fütterung mit rohem Fleisch sollte man sich aber auch über die Risiken bewusst sein, nämlich dem potentiellen Vorhandensein von Erregern, Viren und Bakterien, aber auch Parasiten. Zudem besteht eine gewisse Verletzungsgefahr durch die Knochen. Auch das genannte Risiko einer Über- oder Unterversorgung durch selbstgemachtes Barf-Katzenfutter ist möglich. Vermeidet das Füttern von rohem Schweinefleisch! Bei jungen Kitten und immungeschwächten Katzen sollte man auf das Barfen ganz verzichten. Hygiene bei Fütterung, Zubereitung und Reinigung der Katzentoiletten ist auch aufgrund der Ansteckungsgefahr beim Menschen sehr wichtig. Knochen werden beim Erhitzen splitterig – hiervon (erhitzen) wird deshalb abgeraten. Bei Innereien kann man getrost zu Leber, Niere, Milz, Hirn, Hoden, Bries und Lunge greifen. Bei Futterunverträglichkeiten können auch exotische Tierarten wie zum Beispiel Rentiere und Zebras in Frage kommen.

Hier noch ein Rezept für Rindergeschnetzeltes

Welche Supplemente und Barf-Katzenfuttersorten empfehlen sich?

Bei Fertigbarf Katzenfutter muss man darauf achten, dass nicht nur reines Muskelfleisch, sondern auch tierische Nebenerzeugnisse vorhanden sind. Pflanzlich sollte der Anteil 5% nicht übersteigen, zudem werden keine pflanzlichen Öle, Samen und Kräuter benötigt. Achtet auf eine genaue und transparente Deklaration der Inhaltsstoffe und Nährwerte (Rohfett, Rohprotein, Verhältnis von Kalzium und Phosphor). Taurin sollte bereits im Futter zugegeben worden sein. Eine Möglichkeit wäre das fertige Barf-Set von PETS DELI Deutschland, jedoch ohne tierische Nebenerzeugnisse, dafür Fleisch in Lebensmittelqualität.

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